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„Ulbrichts Stalingrad“ – 1968 in der DDR


Epochenjahr 1968

Die UNO hatte das Jahr 1968 zum „Internationalen Jahr der Menschenrechte“ erklärt. Die Verletzung der Menschenwürde passiert jedoch immer auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Ohne Selbstzweifel propagiert auch die SED dieses Anliegen.

DDR-Sonderbriefmarken zum - Internationalen Jahr der Menschenrechte| Quelle: ABL

 

Niederschlagung des Prager Frühling

 

Gudrun Jugel: Für die DDR ... Gudrun Jugel: „Für die DDR waren das ganz schlimme Angelegenheiten.“
Über die Westmedien war man auch in der DDR über die neuesten internationalen Trends informiert. Mit der Übernahme des antiautoritären Zeitgeistes stießen Jugendliche, zunächst unpolitisch motiviert, an die Grenzen des Systems. Für Gudrun Jugel endete diese Lebenslust im Gefängnis. (Quelle: ABL)

Lebenslauf Gudrun Jugel

Quelle: Bundesarchiv

 

Reiner Kunze

Rückkehr aus Prag
Dresden frühjahr 1968

Eine lehre liegt mir auf der zunge, doch
zwischen den zähnen sucht der Zoll

(Z.n. Reiner Kunze: sensible Wege, 1969)

 

Die Zeit ist aber auch voller Irritationen und Missverständnisse. In Ost und West werden die Prozesse mit sehr unterschiedlichen Intentionen wahrgenommen.

Im Westen wird mit roten Fahnen demonstriert.

 

Im Osten werden
rote Fahnen verbrannt.

Westberlin, 18.2.1968 Quelle: Bundesarchiv Pfeile Prag, 21.8.1968 Quelle: Archiv hlavního města Prahy
Westberlin, 18.2.1968
Quelle: Bundesarchiv
  Prag, 21.8.1968
Quelle: Archiv hlavního města Prahy

Der Ruf nach „Freiheit“ in der ČSSR wird von den Studenten im Westen als ein „Rückfall“ in eine bürgerliche Gesellschaft interpretiert. Dem Osten ist der im Westen verwendete marxistische Jargon suspekt. Während man ihn im Osten loswerden will, benutzt man ihn im Westen, um sich vom Establishment abzugrenzen.
Aus diesen verschiedenen Erfahrungshorizonten ergibt sich ein unterschiedliches Erinnern an „1968“ in Ost und West.

 

Rolle der DDR bei der Invasion

Neues Deutschland: Geheimes Waffenlager entdecktDie Verbindung von Sozialismus, Demokratie und Freiheit in der ČSSR hat eine derartige Ausstrahlung in die DDR, dass sie von der SED als unmittelbare Bedrohung empfunden wird. Die SED gehört zu den schärfsten Gegnern des Reformprozesses in der ČSSR und befürwortet eine militärische Lösung. Dementsprechend startet das SED-Blatt „Neues Deutschland“ im Juli eine regelrechte Pressekampagne gegen die „Revisionisten“ in der Tschechoslowakei.

Höhepunkt ist die Meldung vom 20. Juli 1968, der zufolge ein geheimes amerikanisches Waffenlager entdeckt wurde. In der Tschechoslowakei dagegen verdächtigt man die DDR-Staatssicherheit, dieses Lager angelegt zu haben, um Beweise für einen bevorstehenden Angriff der „Konterrevolutionäre“ in der ČSSR zu lancieren.

 

Die NVA wurde 1956 gegründet. | Quelle: BundesarchivSeit dem 29. Juli 1968 unterstehen zwei Divisionen der NVA dem sowjetischen Oberkommando. Eine Panzerdivision befindet sich im Raum Weißwasser und eine Motorisierte Schützendivision im Raum Eisenberg - Weida. Die Planungen sehen zunächst einen aktiven Einsatz deutscher Truppen vor: Die Panzereinheiten sollen beim Überschreiten der Grenze den Raum an der Elbe einnehmen und bei Bedarf mit nach Prag vorstoßen.
Für die andere Division werden zwei Operationen geplant. Zunächst soll sie die Grenze zur Bundesrepublik absichern und danach gegebenenfalls bis Plzeň marschieren.

(Plakat: Die NVA wurde 1956 gegründet. Quelle: Bundesarchiv)

 

Truppenbesuche in den Wäldern der DDR, 5.9.1968 | Quelle: Bundesarchiv


Aufruf des tschechoslowakischen Rundfunks ... „Nieder mit einem neuen heimtückischen München“
In einem Aufruf des tschechoslowakischen Rundfunks an die Soldaten der NVA wird in der Invasion eine Parallele zur Besetzung nach dem Münchner Abkommen von 1938 durch Nazi-Deutschland gesehen. (Quelle: Deutsche Nationalbilbliothek)

Erst am Vorabend der Invasion werden die deutschen Einheiten durch einen sowjetischen Befehl in die Reserve versetzt. Ein Vergleich mit der deutschen Besetzung von 1938/39 läge sonst auf der Hand. Obwohl der NVA-Führung mehrfach mitgeteilt wird, dass eine aktive Beteiligung der deutschen Truppen geplant sei, ergeht letztendlich kein Einsatzbefehl.

Durch Herrnhut (Oberlausitz) rollen sowjetische Panzer in Richtung tschechische Grenze. | Quelle: Umweltbibliothek Großhennersdorf

Auch wenn die NVA nicht in Divisionsstärke einmarschiert, so leistet die DDR jegliche Unterstützung nicht nur als Aufmarschgebiet. Erst am 31.8. werden die deutschen Truppen aus dem eigentlichen Kampfverband herausgelöst und am 11.9. die „erhöhte Gefechtsbereitschaft“ aufgehoben.

Reinhard Bohse: Die Generäle ... Reinhard Bohse: „Die Generäle hörten RIAS“
Als Grundwehrdienstleistender erlebte Reinhard Bohse die Vorbereitungen der NVA auf die Invasion. Seine Einheit (Bekämpfung von chemischen Kampfmitteln) gehörte zur 7. Panzerdivision, die sich in den Wäldern der Lausitz eingegraben hatte. Durch Zufall kam er am 21. August in den Generalstab. (Quelle: ABL)

Lebenslauf Reinhard Bohse

Quelle: Umweltbibliothek GroßhennersdorfUnterdessen wird die Grenze zur ČSSR unter dem Aktionsnamen „Sperrmauer“ dicht gemacht und ähnlich wie an der Westgrenze eine 5-km-Sperrzone errichtet. In das Sperrgebiet kommt man nur mit einem Berechtigungsschein, den man sich bei der Polizei holen muss.
Daraufhin beschweren sich z.B. Gastronomen über Umsatz- und Einkommensausfälle. Andere müssen ihren Arbeitsplatz kurzfristig wechseln.

 

Tschechische Parole an einem Grenzübergang in der Oberlausitz | Quelle: Umweltbibliothek Großhennersdorf


Meine volle Zustimmung gehört ... „Meine volle Zustimmung gehört den Genossen der sozialistischen Länder“ vs. „Das ist beschämend“
Die platten Propagandaberichte der SED sind für viele DDR-Bürger durch eigenes Erleben überprüfbar. Sie empfinden die Invasion als das was es ist, als „Unrecht“. Ihr Legitimationsproblem löst die SED durch eine großangelegte Zustimmungskampagne, die gleich einer Gesinnungskontrolle ist. (Quelle: Deutsche Nationalbilbliothek)

Quelle: Neues Deutschland, 25.-27.8.1968

Die SED lässt sich das „Ja“ für ihre Invasions-Politik schriftlich geben. Sie fordert die Unterschrift eines jeden in sogenannten „Zustimmungserklärungen“. An dieser Unterschrift hängen fortan Bildungschancen und Karriereaussichten. Viele Menschen befinden sich in einem Gewissenskonflikt: Soll ich wider besseren Wissens unterschrieben?
In einer Ablehnung der „Zustimmung“ sieht die SED die „schärfste Form“ der Kritik. Dieser Druck lässt die Menschen unterschreiben, um „Ruhe“ zu haben, trotz gegenteiliger Meinung.

 

Proteste

Für die Wahrnehmung des Prager Frühlings in der DDR ist die Auseinandersetzung mit der neuen Verfassung nicht unerheblich, die per Volksentscheid am 6. April 1968 beschlossen wird. Darin ist u.a. der Führungsanspruch der SED festgeschrieben. Die kommunistische Partei deklariert das Meinungsmonopol für sich. Angesichts der Entwicklungen im Nachbarland ein Rückfall in den Stalinismus. Einmalig in der DDR-Geschichte ist das Procedere: Die Volksabstimmung bietet eine klare Alternative - Ja oder Nein.

Quelle: Staatsarchiv Leipzig, BStU

Im Vorfeld der Abstimmung tauchen viele Flugblätter auf, wie hier in Leipzig. Vielerorts wird daran appelliert, die legale Einmischung wahrzunehmen. Letztendlich wird die Verfassung mit überwältigenden 94% angenommen. Doch immerhin räumt die SED-Führung so viele Nicht- und Neinwähler (6%) ein, wie vorher und später nicht wieder. Daher stellt sich die Frage, ob die in der Bevölkerung weithin akzeptierten tschechoslowakischen Prozesse hier Einfluss auf die SED-Führung geübt haben. Sollte der Eindruck suggeriert werden, man akzeptiere einen gewissen „Pluralismus“?

 

Schriftzug in Prag: O.-Deutsche schämt Euch! | Quelle: ABL / B. StevenDer im August folgende Einmarsch hat viele unpolitische Menschen bestürzt und empört. Während die älteren Bürger fast ausschließlich in Gesprächen in ihrem Umfeld protestieren, äußern sich Teile der Jugend in aktionsbetonten Protestformen. Die Staatssicherheit stellt fest, es habe noch nie so viele „Schmierereien“ in so kurzer Zeit wie nach dem 21. August gegeben. Schwerpunkt ist Ostberlin, gefolgt von den Grenzbezirken Dresden und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).
Allein in Berlin tauchen 3.500 Flugblätter auf. Das entspricht ⅓ aller registrierten Flugblätter. Bis Oktober 1968 werden 1.200 Personen (84 % Arbeiter, 4% Bauern, 8,5% Schüler und Studenten) verurteilt, ¾ davon sind unter 30 Jahre. Überwiegend sind die Festgenommenen junge Facharbeiter. Im März 1969 berichtet Stasi-Chef Mielke, es habe 2.100 Protestakte gegeben. Allein in der Woche nach der Invasion zählt die Polizei 1.742 relevante Straftatbestände.
(vgl. Ilko-Sascha Kowalczuk, Vortrag 2008, Quelle: Bundesstiftung Aufarbeitung)

 

Mauer mit Losungen

 

Leipziger Innenstadt-Passage mit „Nahaufnahme von der mit Kreide angebrachten Schmiererei“ (z.n. Staatssicherheit) | Quelle: BStU

Strafgesetzbuch der DDR!In Mühlhausen, Erfurt, Gotha, Lübbenau und Zwickau kommt es unmittelbar nach dem Einmarsch zu „losen“ Straßenansammlungen mit eindeutigem Demonstrationscharakter. Ähnliches passiert vor der Botschaft der Sowjetunion in Berlin.
Andernorts (z.B. Weimar, Ilmenau) werden geplante Demonstrationen im Vorfeld durch Verhaftungen unterbunden.
Mit dem Straftatbestand „Zusammenrottung“ hat sich die SED gerade (1968) eine Sanktionsmöglichkeit für derartige „Delikte“ geschaffen und greift hart durch.

 

PDF Download: Lage im Bezirk Dresden vom 1.-31. August 1968 Bild: vusta/iStockphoto„Diese hohe Zahl der Vorkommnisse war bei anderen politischen Ereignissen nicht vorhanden.“
In diesem Zeitraum zählt die Staatssicherheit allein im Bezirk Dresden 444 „Vorkommnisse“. Neben diesen konkreten Aktionen breitet sich unter der Generation, die den Krieg erlebt hat, eine diesbezügliche Krisenstimmung aus. Man beginnt sich mental („Hamstereinkäufe“), auf einen eventuellen Krieg vorzubereiten.

Überwiegend handelt es sich um einen spontanen und sehr individuellen Protest:

Christoph Wonneberger: Man wusste nicht ... Christoph Wonneberger, Rostock: „Man wusste nicht, ob auch Deutsche dabei waren.“
Seine Semesterferien verbringt Christoph Wonneberger in Prag und erlebt den Einmarsch am 21. August. Er unterstützt den Protest, in dem er Flugblätter ins Deutsche überträgt und mit verteilt. Bei seiner Einreise in die DDR hat er wichtige Dokumente und seine Bilder im Rucksack.
(Quelle: ABL)
Lebenslauf Christoph Wonneberger

Fotos vom Einmarsch, die Christoph Wonneberger mit seiner Kleinbildkamera gemacht hat und dann zu Hause selbst entwickelt hat:

Prag 1968
Prag 1968Quelle: Christoph Wonneberger
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Gerd Poppe: Das war ein ... Gerd Poppe, Berlin: „Das war ein Schlüsselerlebnis.“
Spontan schreibt Gerd Poppe zusammen mit Freunden eine Solidaritätserklärung für die Repräsentanten des Prager Frühlings. Es sei das Mindeste, was sie hätten tun können. Für Gerd Poppe wird die Niederschlagung des Prager Frühlings zum Ausgangspunkt einer kontinuierlichen oppositionellen Arbeit. (Quelle: ABL)
Lebenslauf Gerd Poppe

Strafgesetzbuch der DDR!Beatrice Steven, Leipzig: „Wir wollten ein klein wenig Schuld abtragen.“
Beatrice Steven ist in den 1960er Jahren oft in der ČSSR. Sie genießt die dortige offenere Atmosphäre. Im August 1968 erlebt sie in Prag den Einmarsch. Die historischen Ereignisse verfolgt sie auch mit ihrer Kamera. Die Bilder bleiben vorerst in Prag, damit ihr diese bei den Grenzkontrollen nicht abgenommen werden. Erst im Frühjahr 1969 schmuggelt Beatrice Steven die Fotos nach Leipzig. Gut versteckt, fanden sie erst nach der Friedlichen Revolution in der DDR den Weg in die Öffentlichkeit.

 

Einmarsch!„Der Morgen des 21. August begann mit der Mitteilung, dass die Warschauer-Pakt–Truppen einmarschiert sind. Meine Freundin und ich liefen in die Stadt, denn es fuhr keine Straßenbahn. Je mehr man sich dem Stadtzentrum näherte, wurde es unheimlicher: von den Panzern zusammen gefahrene Fahrzeuge, zum Teil brennend. Ich ließ mich von der Menschenmenge in Richtung Nationalmuseum leiten und weiter zum Rundfunkgebäude. Ich war schockiert, wie es da aussah. Wie Krieg.“

Einmarsch!„Der Wenzelsplatz mit dem Denkmal des Heiligen Wenzel wurde so etwas wie ein Wallfahrtsort. Immer wieder gab es stumme, darauf wurde Wert gelegt, Protestmärsche, wobei die mitunter blutdurchtränkte Fahne, die „Trikolore“ – rot-weiß-blau, mitgeführt wurde.“

 

Einmarsch!„Auf dem Wenzelsplatz sammelte ein junger Mann Unterschriften gegen den Einmarsch. Er war aus der DDR. Wir gesellten uns zu ihm und machten von da an einfach mit. Ungefähr 5 oder 6 Tage ging das. Die Menschen fragten uns oft, warum wir das machen. Wir wollten unseren Protest zeigen und dabei ein klein wenig die Schuld, die die DDR auf sich geladen hatte, abtragen. Die Unterschriftenlisten wurden dann an einen Mittelsmann vom Rundfunk übergeben. Durch die Besetzung des Rundfunks durch die Russen, arbeiteten diese im Untergrund.“

Der Film wurde uns freundlicherweise von Herrn Bernhard Vit zur Verfügung gestellt. Als Leipzigerin erlebte Beatrice Steven bereits im Mai 1968 die Willkür des kommunistischen Systems ganz nah. Ungeachtet eines vielfältigen Protestes lässt die SED am 30. Mai die völlig intakte und mit Leben gefüllte Universitätskirche sprengen. Die über 700-jährige Kirche stand der „sozialistischen Neugestaltung“ des Stadtzentrums im Wege. Ulbricht hatte dabei ein persönliches Interesse bei der „Gestaltung“ seiner Heimatstadt. (Quelle: ABL/B. Vit)

Lebenslauf Beatrice Steven

 

Strahlkraft des Prager Frühlings

In der tschechoslowakischen Gesellschaft wird ab 1969 die „Normalisierung“ durchgesetzt. Das Jahr 1968 endet auch in der DDR mit einer politischen Hoffnungslosigkeit und Apathie. Auch wenn die DDR und der Sozialismus für diese Generation diskreditiert sind, richtet sich doch die Mehrheit ein. Das kurzeitig aufflammende Protestpotential zeigt keine anhaltende Wirkung und es kommt zu keiner Reformdiskussion in der DDR.

Leipzig, 6.11.1989 | Quelle: ABL / B. HeinzeBetrachtet man den Prager Frühling jedoch als Möglichkeit einer Liberalisierung auf der kulturellen, sozialen und politischen Ebene, dann dauert er nicht nur wenige Monate sondern einige Jahre. Die Panzer haben die Idee einer Emanzipation nicht tilgen können.
Auch wenn der Gesellschaftsentwurf des Prager Frühlings im Herbst 1989 keine Rolle mehr spielt, so verankert sich das Jahr 1968 als Diskurs- und Protesterfahrung im kollektiven Gedächtnis. Das macht die Strahlkraft des Prager Frühlings aus.

Sprechblasen

Fallen konnte die Mauer nur in Berlin, aber ihre Öffnung ist das Ergebnis eines gesamteuropäischen Prozesses, der ohne die Demokratiebewegung im östlichen Europa undenkbar ist. Die Strahlkraft des Prager Frühlings spielt dabei eine sehr entscheidende Rolle.

 

 

  • Jahrgang 1945
  • Konstrukteurin
  • Mitglied der katholischen Gemeinde (Propsteigemeinde "St. Trinitatis") in Leipzig. Die Gemeinde nutzte die Universitätskirche nach dem II. Weltkrieg für ihre Gottesdienste bis zu ihrer Sprengung am 30. Mai 1968.
  • Beatrice Steven dokumentierte die doppelte Enttäuschung von Leipzig und Prag
  • 1941 geboren
  • 1959 bis 1964 Physikstudium in Rostock
  • 1965 bis 1976 Physiker im Halbleiterwerk Stahnsdorf
  • seit der Niederschlagung des Prager Frühling 1968 in der politischen Opposition
  • Organisation verschiedener informeller Gruppen
  • 1977 bis 1984 Maschinist in einer Berliner Schwimmhalle
  • 1980 bis 1989 generelles Auslandsreiseverbot
  • 1984 bis 1989 Ingenieur beim Diakonischen Werk
  • Mitinitiator der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ 1985
  • Mitherausgeber und Autor in verschiedenen illegalen Publikationen
  • 1989/90 Mitglied am Zentralen Runden Tisch der DDR
  • 1990 bis 1998 Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90 / Die Grünen
  • 1998 bis 2003 Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung
  • geb. 1944 in Wiesa (Kr. Annaberg)
  • 1960 - 1963 Ausbildung zum Maschinenschlosser
  • 1963 – 1965 Sprachstudium am Theologischen Seminar in Leipzig, anschl.bis 1970 Theologiestudium in Rostock
  • Vikar in Dresden
  • 1974 Gemeindepfarrer in Taucha (b. Leipzig)
  • 1977 – 1984 Pfarrer der Dresdner Weinbergsgemeinde
  • 1985 Pfarrer in der Lukas-Gemeinde in Leipzig
  • 1986 Gründung der Oppositionsgruppe „ Arbeitsgruppe Menschenrechte“ (AGM) – schwere Konflikte mit staatlichen und kirchlichen Stellen
  • Sept. / Okt. 1989 Verantwortung für die Friedensgebete in der Nikolaikirche und Mitorganisator der anschl. Demonstrationen
  • Ende Oktober 1989 Schlaganfall
  • Seit 1991 Ruhestand
  • geb. 1948 in Leuben bei Lommatzsch (Sachsen)
  • 1963 bis 1967 Abitur mit Berufsausbildung (Gärtner)
  • Jazzmusiker (Amateurstatus)
  • 1969 bis 1973 Geologiestudium an der Bergakademie Freiberg
  • 1973 Bergbau in Regis-Breitingen
  • 1974 Bezirksstelle für Geologie Leipzig beim Rat des Bezirkes Leipzig
  • 1982 Lektor beim Touristverlag in Leipzig, postgraduales Studium des Verlagswesen an der Karl-Marx-Universität Leipzig
  • 1989 Mitbegründer des Forum-Verlages, Leipzig
  • 1990 Pressesprecher der Stadt Leipzig
  • Heute: Pressesprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH
  • geb. 1951 in Leipzig
  • 1965 Erweiterte Oberschule, nach der 10. Klasse der Schule verwiesen
  • August 1968 Verhaftung wegen „asozialen Verhalten“, Erpressung zur Inoffiziellen Mitarbeiterin für die Staatssicherheit mit dem Versprechen eher aus dem Gefängnis zu kommen, Absitzen der vollen Strafe von 2 Jahren in Hoheneck.
  • 1970 Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel (LKG)
  • Stadtkabinett für Kulturarbeit – Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit Gerulf Pannach und der Klaus-Renft-Combo, Dekonspirierung gegenüber Freunden
  • 1972 Umzug nach Neukiritzsch, Die Stasi lässt sie von nun an in Ruhe.
  • Kauffrau, Ingenieurin für Energiewirtschaft
  • ab 1983 / 84 Umweltbeauftragte in ihrem Lippendorfer Betrieb
  • 1990 Runder Tisch in Borna für das Neue Forum
  • 1995 Entlassung aus dem Öffentlichen Dienst wegen ihrer "Stasimitarbeit“